Fast vier Millionen Euro beträgt das Auftragsvolumen eines Großauftrags, den sich die Herrmann + Hieber & Co. GmbH, Denkendorf, gesichert hat. Der Spezialist für Fördersysteme für Schwerlast- und Hochregallager und Automatikkrane installiert ein umfassendes Fördersystem in einem neuen Lager der Häcker-Küchen GmbH & Co. KG. Der Küchenhersteller aus Rödinghausen in Nordrhein-Westfalen produziert Küchen für den Publikumssektor.
Die Planung stand unter hohem Zeitdruck: Anfang des Jahres wurde der Auftrag vergeben, im Juli beginnt die Montage, Ende Oktober ist Übergabe des Fördersystems. Das komplette Lager mit einer Kapazität von 20.000 Sonderpaletten ist bis Ende diesen Jahres betriebsbereit.
Der Küchenhersteller hat das spezifische Problem, die Lagerhaltung und die Kommissionierung einer neuen, hochwertigen Küchenlinie auf beengtem Raum unterzubringen.
Die Lagerhaltung der Zuschnitte übernimmt ein 13-gassiges Hochregallager mit ca. 18.000 Stellplätzen. Quer dazu ist ein weiteres zweigeschossiges Hochregallager mit fünf Gassen je Ebene angeordnet. Die untere Ebene dient als Kommissionierlager (Mann zur Ware) mit fünf Regalbediengeräten zur manuellen Kommis-sionierung der Fronten in so genannten „Horden“, die gemeinsam mit den leeren und angefangenen Horden in der oberen Ebene mit ebenfalls fünf Regalbediengeräten automatisch gepuffert werden.
Das vierte Lagersystem dient zur manuellen Kommissionierung des Sichtmaterials und ist in einen Zwischenbau installiert. Räumlich zwischen diesen vier Lagersystemen sind zwei weitere Kommissionierbereiche (Ware zum Mann) auf zwei Ebenen angeordnet, wobei ebenfalls in „Horden“ kommissioniert wird. Innerhalb eines Handhabungssystems werden den „Horden“ vollautomatisch Rolluntersetzer zugeführt, entnommen und zwischengelagert, um eine manuelle Bodenförderung – die später ebenfalls durch ein automatisches System ersetzt wird – zu ermöglichen.
Diese vier Lager, zwei Kommissionierungen und ein Handhabungssystem müssen fördertechnisch verknüpft werden, um eine abgestimmte Ver- und Entsorgung aller Systeme zu ermöglichen. Diese Aufgabe übernehmen Rollenbahnen und Kettenförderer, Verteilerwagen und Vertikalförderer, Umsetzstationen und Leerpalettenspeicher.
Das Handling der glatten Oberflächen von Küchenfront- oder Küchenseitenteilen erfordert einen besonders sorgfältigen Umgang mit der Ware, um ein Rutschen der gestapelten Einzelteile zu verhindern. Der Förderspezialist aus Denkendorf hat dieses Problem dadurch gelöst, dass die fördertechnischen Antriebe – ca. 700 an der Zahl – geregelt, das heißt sanft beschleunigt und auch wieder entsprechend abgebremst werden können. Ein echtes Novum in der Fördertechnik. Allein für diese Maßnahme zum Schutz des sensiblen Förderguts sind zehn Prozent des Auftragsvolumens veranschlagt.
Die Gesamtinvestition von ca. 35 Millionen Mark wurde von dem Planungsunternehmen Salzer und Partner Rationalisierungen GmbH in Offenbach am Main konzipiert, einem Spezialisten für die Möbelindustrie.